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Komplexe Entwurfsideen lassen sich oft nur schwer - oder auch gar nicht mehr - durch analoge Herangehesweisen denken. Das Abbilden dieser Ideen durch digitale Prozesse hingegen schafft neue Möglichkeiten, Dinge zu gestalten.

Beispielhaft sollen hier Entwurfswerkzeuge aus unterschiedlichen Konstellationen überblicksartig gezeigt werden. Die angefügten Verknüpfungen führen zu weiteren Details und allen Quellenangaben. Für eine vollständige Liste der Arbeiten darf auf richdank - the complete story verwiesen werden.











Oben: Die symbolischen Ausstellungsobjekte und ein möglicher Platzierungsprozess für Hartmut Skerbisch - Medienarbeiten.
Unten: Ein Auszug der tabellarischen Übersicht der Arbeiten.


Skerbisch

Mediales Ausstellungsdesign für den Medienkünstler
2015

»Es sind Fragen des Raumes, die ihn [Anm. Hartmut Skerbisch] von Beginn an beschäftigt haben. Egal, ob das seine ersten Architekturentwürfe, seine Medienarbeiten, Skulpturen oder seine Auseinandersetzung mit Literatur und Musik betrifft, die Frage nach dem Raum bleibt permanent gegenwärtig. Der elektronische Raum hebt Orte auf, bringt Fernes näher und definiert den Raum neu - er versucht uns an unsere Gegenwart heranzuführen.« (Günther Holler-Schuster, 2015, Das Paradies der Untergang)

So stand bei der Konzeption anfänglich die Idee, dass aus dem Fundus an Arbeiten die Ausstellungsarchitektur im digitalen Raum entstehen soll. Zunächst wurde ein detaillierter Datensatz aufgebaut, welcher editierbar blieb, und so später auch in der Logistik Einsatz fand. Diese Informationen induzierten dreidimensionale Objekte mit weiterführenden Betrachtungsparametern, die generativ und/oder manuell im Ausstellungsraum platziert und evaluiert wurden.
Ein Entwurfswerkzeug für Manfred Wolff-Plottegg.











Boot The Bot mit eingeblendeter Hilfe - links die interaktive visuelle Bedienoberfläche, rechts die Konsole mit dem Output.



Zwei Bilder von den 200 Jahr Feierlichkeiten der TUG, der Chinaink Painting Robot plus Wolfgang Tschapeller, Peter Cook und Marjan Colletti, die ihre Portraits bei der HDA Ausstellung Mit allen Mitteln abholen (von links nach rechts).

Boot The Bot

Java-basierte Simulation, Code-Generator und Live-Controller für ABB-Roboter
2010-14

»Er leistet zwei Hauptbeiträge: zunächst dient er als Plattform zur Einbettung übergeordneter Algorithmen, wie Beispiele von komplexen Holzknoten bis zu Malerei belegen; und vielleicht wichtiger, er schlägt ein Kontrollsystem vor, welches für spezielle Produktionsanforderungen besser geeignet scheint, als existierende proprietäre Software.« (»It has at least two main contributions: first, it serves as a platform on which higher level algorithms can be placed, as evidenced by examples of projects ranging from complex timber joinery to painting images; and perhaps more importantly, it proposes a control system that may be better suited than existing proprietary software to the particular requirements of making.« Sean Hanna, 2014, Review, ALGODeQ Award List)

Seit der Vorstellung des ersten Unimate ist ein halbes Jahrhundert vergangen. Und nun sind Roboter schlussendlich auch in den Köpfen (und Projekten) von Kreativen weltweit angekommen. Dieses Programm löst Probleme bei algorithmischer und innovativer Offline-Programmierung von ABB-Maschinen im Kontext künstlerischer und architektonischer Aufgabenstellungen.
Boot The Bot ist ein unabhängiges, plattformübergreifendes Digitales Werkzeug um Punkte (mit Zusatzwerten) zu generieren oder importieren und validen RAPID-Code zur unmittelbaren Ausführung auf ABB Robotern zu exportieren. Diese Applikation ist die grundlegende Software für einige Projekte und anschliessende Arbeiten in den Forschungsschwerpunkten (Fields of Expertise) der TU Graz.
Und sie arbeitet auch live und online.




Verschiedene Projekte aus papier peint, die mit Boot The Bot umgesetzt wurden.









Stalk / Power Pylons

Hochspannung: Freileitungsmasten
2008

Die Kabel folgen einer dreidimensionale Kurve, welche innerhalb der Topographie oder um künstliche Infrastrukturinterventionen sanft fließt. Auch wenn es keine Hindernisse zu umschiffen gilt, meandert sie, um das voll funktionsfähige Tensegrity-System zu erhalten. Alle Wendepunkte müssen entsprechend exakt dem Kraftverlauf folgend berechnet werden.
Die Hochspannungsleitungen werden von Pylonen aus Cortenstahl getragen. Sie stellen geometrisch die Kontrollpunkte einer Splinekurve dar. Im Gegensatz zu der vielfältigen Ausformung des großformatigen linearen Layouts ist der Querschnitt dieser Pylone nur ein vorgespanntes T. Dieser Ansatz gewährleistet wirtschaftliche Herstellung und Transport - auch wenn jeder Halm (Stalk) in seiner Form einmalig ist.

Die Vereinigung der isländischer Architekten (2008, Landsnet Competition Selection Committee Report) kommentierte das Projekt von 0704 wie folgt: »Innovation durch das Spiel vom Tragsystem mit der Landschaft. Diese Türme scheinen aus der Erde zu sprießen. [...] Cortenstahl ist eine ganz natürliche Materialwahl und erinnert an vulkanische Aktivitäten und heiße Quellen.« (»Innovation with the play of support structures in the landscape. These towers seem to sprout out of the earth. [...] Corten steel is a perfectly normal choice of material and brings to mind volcanic activity and hot springs.«)



Grafische Darstellung der Designparameter.



Das Tensegrity-System von Stalk und ...



... dessen Umsetzung in der Landschaft Islands.

 
 
 

Algorithmic Art And Architecture   [ richdank ]